Mailand trauert um Franco Baresi, den stillen Giganten des Fußballs

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Der italienische Fußball trauert um Franco Baresi, eine Legende des AC Mailand und der italienischen Nationalmannschaft, der im Alter von 66 Jahren nach schwerer Krankheit verstarb. Die Nachricht von seinem Tod am Freitagmorgen versetzte die Stadt Mailand in tiefe Trauer, wo Baresi als Symbol für Treue, Loyalität und Charakterstärke galt. Der AC Mailand, sein einziger Verein, würdigte ihn als „Herzschlag und Atemzug unserer Seele“.

Baresi, bekannt als „Piscinin“ (der Kleine) im Mailänder Dialekt, überwand anfängliche Zweifel an seiner körperlichen Statur und entwickelte sich zu einem der größten Verteidiger in der Geschichte des Fußballs. Er absolvierte 719 Spiele für AC Mailand, gewann sechs italienische Meisterschaften und dreimal den Europapokal der Landesmeister beziehungsweise die Champions League. Seine Rückennummer 6 wurde nach seinem Abschied im Jahr 1997 nie wieder vergeben.

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Ein Vorbild auf und neben dem Platz

Filippo Galli, sein langjähriger Mitspieler, beschrieb Baresis stille Autorität als seine prägendste Eigenschaft. Baresi, der bereits mit 22 Jahren die Kapitänsbinde der Rossoneri trug, musste nicht laut sein, um gehört zu werden; seine Haltung sprach für sich. Galli betonte, dass Baresis Größe nicht nur sportlicher Natur war, sondern auch in seiner Vorbildfunktion lag. Er hätte seiner Meinung nach den Ballon d’Or verdient gehabt.

Auch Giuseppe Bergomi, langjähriger Kapitän von Inter Mailand und Baresis Rivale auf dem Platz, äußerte sich tief betroffen. Er nannte Baresi eine Legende, die Menschen zusammenbrachte und nicht trennte. Trotz der Rivalität zwischen Inter und Milan verband die beiden ein tiefer Respekt. Sie spielten gemeinsam in der italienischen Nationalmannschaft, nahmen an zwei Weltmeisterschaften und einer Europameisterschaft teil und wurden zu Symbolfiguren einer goldenen Generation des italienischen Fußballs.

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Mister Milan Franco Baresi ist tot.(Foto:imago images/Buzzi) Credit: n-tv.de

Bergomi hob hervor, dass Baresi nicht nur ein großer Sportler war, der Geschichte schrieb, sondern auch eine persönliche Verbindung zu seiner Familie pflegte. Er erinnerte sich an einen emotionalen Moment, als sie gemeinsam die olympische Fackel für die Winterspiele Mailand-Cortina 2026 trugen. Baresi, obwohl bereits von Krankheit gezeichnet, zeigte sich dabei zurückhaltend, aber voller Freude.

Vermächtnis einer Ikone

Baresi führte die Squadra Azzurra als Libero bei der Heim-WM 1990 und wurde 1982 Weltmeister. Im Jahr 1994 erreichte er als Innenverteidiger und Kapitän die Vizeweltmeisterschaft. Er passte sich dem taktischen Wandel an und dirigierte das Spiel unter Trainern wie Arrigo Sacchi und Fabio Capello. Seine Spielweise wurde mit der von Franz Beckenbauer verglichen, und Marco van Basten beschrieb ihn als „wie Johan Cruyff als Verteidiger“.

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Brazil-V-Italy-1994-FIFA-World-Cup-WM-Weltmeisterschaft-Fussball-Final-Franco-Baresi-of-Italy-Reacts-After-Italy-score-Penalty-during-the-penalty-shoot-out-of-1994-FIFA-World-Cup-Final-match-between-Brazil-and-Italy-at-Rose-Bowl-In-Pasadena-on-July-17-1994-in-California-United-States Credit: n-tv.de

Der italienische Verbandspräsident Giovanni Malagò erklärte, dass der italienische Fußball eine seiner Legenden verloren habe. Baresi erlebte auch schwierige Zeiten mit dem AC Mailand, darunter den Zwangsabstieg aufgrund der „Totonero 1980“-Affäre, blieb aber stets ein Fixpunkt des Vereins. Er war eine Schlüsselfigur in der Berlusconi-Ära, als er mit Spielern wie Ruud Gullit, Marco van Basten und Frank Rijkaard den europäischen Fußball revolutionierte und junge Talente wie Paolo Maldini an die Hand nahm.

Baresi blieb auch nach seiner aktiven Karriere im Hintergrund präsent. Seine Worte, die er einst über seine Karriere äußerte, zeugen von seiner Demut und Dankbarkeit: „Ich bewahre wunderschöne Erinnerungen in meinem Herzen. Nils Liedholm hat mich gefördert, Gianni Rivera war mein Kapitän, ich habe Maldinis Debüt miterlebt. Es war mir eine Ehre.“

Franco Baresis Abschiedsspiel 1997
Franco Baresis Abschiedsspiel 1997Foto: Buzzi / IMAGO Credit: spiegel.de

Sein Vermächtnis reicht weit über Titel und Pokale hinaus, wie Giuseppe Bergomi betonte: „Er wird uns fehlen, weil er uns viel zu früh genommen wurde. Er war wirklich ein Weggefährte fürs Leben.“

Source: sport1.de

Jonas Fischer ist Sportredakteur mit Schwerpunkt Fußball und internationale Wettbewerbe.